|
REVIEW:
TRACY CHAPMAN AM BLUE BALLS
By: Angela Brunner, Students.ch, 29.07.2006
Luzern
strahlt derzeit ein mediterranes Flair aus. Denn das
Blue Balls Festival sorgt für gutes Essen, ausgelassene
Stimmung und natürlich für sensationelle Musiker
wie Tracy Chapman!
Das Blue Balls Festival setzte am Donnerstagabend auf
musikalische Abwechslung. Coal schwitzte auf der Pavillonbühne
und spornte seine Band zu Höchstleistungen an.
Nur sein Versuch Regen herauf zu beschwören, glückte
erst mit zeitlicher Verschiebung. Sein eigenwilliger
Country lockte erstaunlich viele Groupies an. Darunter
befanden sich einige, die bereitwillig die Lyrics mitsangen
sowie eine Frau, welche ein signiertes T-Shirt trug.
Doch die Ehrlichkeit wurde Coal nicht mal zum Verhängnis,
als er Augen zwinkernd zugab, an diesem Festival ein
überteuertes Merchandising zu betreiben.
Auf
der gegenüber liegenden Seeseite heizte Angélique
Kidjo die Menge mit ihrem temparamentvollen Auftreten
ein. Zur Zugabe holte sie gar das Publikum auf die Bühne.
Ihre hyperaktiven Showeinlagen riss das überdurchschnittlich
alte Publikum sichtlich vom Hocker und verleiteten es
sofort sich zu den heissen Rhythmen zu bewegen.
Nebenan
begrüsste der Festivalveranstalter anschliessend
die Tracy Chapman Fans mit der Bitte Aufnahmen während
des Konzerts zu unterlassen. Erstaunlicherweise hielt
sich die Mehrheit tatsächlich an diese Aufforderung.
Denn an diesem Abend wurde man Zeuge einer absolut exklusiven
Bühnenshow.
Tracy
Chapman ist auch live ein wahres Wunder. Ihre Stimme
besitzt eine derartige Ausdrucksstärke, dass dir
ein Schauer über den Rücken läuft. Während
ihres gut 90 minütigen Auftritts mixte die Amerikanerin
ihre neuen und alten Hits. Zugleich überraschte
Tracy Chapman einmal mehr mit ihren Fähigkeiten.
So spielte sie inbrünstig Mundharmonika oder schnallte
sich kurzer Hand die E-Gitarre um, um sich als Rockstar
zu profilieren. Für America wagte sie sich sogar
an zwei Trommeln heran. Highlights waren jedoch ihre
Soloauftritt mit der Akkustikgitarre. Das Gefühl
Talking About A Revolution live zu hören, ist einfach
genial. Der Ruf nach Zugabe fiel dementsprechend gewaltig
aus. Tracy Chapman enttäuschte ihre Fans auch nicht
und setzte mit einem Bob Marley Cover einen Fuss in
Reagge Gefilde. Zur Krönung spielte sie Baby Can
I Hold You und damit war der Abend perfekt.
So
viele glücklich verträumte Gesichter sah man
selten nach einem Konzert. Kein Wunder war das Folgekonzert
des Multitalents am Freitag ebenfalls längst ausverkauft.
Jene
mit einem bescheideneren Budget sollten unbedingt die
Möglichkeit wahrnehmen, das heutige Abschlusskonzert
von Cat Empire (29.7.) im Luzernersaal zu besuchen .
Als Eintritt genügt der Festival-Pin!
|